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Schneeschuhwanderung über den Mont Raimeux
Zum Mont Raimeux im Schweizer Jura
Auf den ersten 300 Höhenmetern konnte man den Schnee nicht mal erahnen, kein Weiß weit und breit, nur Grün und Braun von Wiesen und Wäldern. Doch eine schöne Winterwanderung wäre auch nicht die schlechteste Alternative, die Schneeschuhen im Rucksack statt an den Füßen. Überhören wir einfach ein vereinzeltes „Umkehren !“ Dafür sind wir keine eineinhalb Stunden über Basel, Delemont und Moutier in das Dorf Belprahon (640 m) im Schweizer Jura gefahren, am 15. Januar 2012, einem Sonntag mit sonniger, aber kalter Hochdruckwetterlage, beste Voraussetzung für Wandern mit oder ohne Schneeschuhe. Unsere Wandergruppe – ein knappes Dutzend „alter Schneehasen“, die, wie auch wir beiden Neulinge, dann doch noch unsere neuen Schneeschuhe FlexAlp von Tubbs testen konnten: Nach einem heftigen Anstieg von 23 % durch einen Tannenwald belohnte endlich der erste Schnee auf einer Höhe von etwa 900 Metern den Zweckoptimismus von Herbert: „Nach der nächsten Rechtskurve kommt der Schnee.“ Neben einer weißen Traumlandschaft belohnte strahlender Sonnenschein unsere Geduld, mehr noch eine grandiose Aussicht auf die Berge des Berner Oberlandes, auch Schwarzwald und Vogesen waren zu sehen. Und immer wieder kam die Aufforderung: „Aufstellen zum Gruppenfoto!“
Vorbei ging es an alten Buchen auf den im Sommer als Weiden genutzten Hochflächen, deren Umzäunung aus Stacheldraht alle ohne einen Schlenz in der Hose überwanden. Auf ein Erklettern des Aussichtsturmes auf dem Gipfel des Mont Raimeux (1302 m) verzichteten wir, ließen uns vor traumhafter Kulisse lieber das verdiente Vesper schmecken und den Flachmann kreisen. Das altfranzösische „Raim“ bedeutet übrigens „unbebaut, mit Gestrüpp oder Wald bedeckt.“ Wenig später fand sich die Gruppe vor dem Restaurant du Signal wieder – bei Sonnenschein und strahlend blauem Himmel, doch eisigen Temperaturen und Wind, wogegen heiße Getränke und Kaffee mit Geist halfen. Auf dem Rückweg wanderten die Schneeschuhe wieder in den Rucksack. Plötzlich – kaum zu glauben – kam uns ein Mountainbiker auf steiler, steiniger, mit Eispritschen bedeckten Piste entgegen, kurzärmlig trotz eisiger Temperaturen - „brrr!“ Bizarre Felskulissen aus dem anstehenden Jurakalk verleiteten zu manchem Fotostop, bis wir nach fünfstündiger Rundwanderung wieder am Ausgangspunkt am Dorfbrunnen von Belprahon ankamen, wo wir unsere völlig verdreckten Wanderschuhe vom Lehm befreien konnten. Den Restaurantbesuch, den wir uns in der nicht gerade preisgünstigen Schweiz verkniffen haben, holten wir abends im „Fallerhof“ nach.
Wolfram Köhler
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